Dienstag, 16. Mai 2017

[Rezension] Den Mund voll ungesagter Dinge - Anne Freytag

"Mein Mund füllt sich mit Worten. Wie eine Badewanne, die irgendwann überläuft"


Allgemeines

Autor: Anne Freytag
Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge
Genre: Roman
Seitenzahl: 400
 Preis: 14,99€
ISBN: 978-3-453-27103-6
Verlag: Heyne fliegt


Inhalt

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert ...


Meine Meinung

Auf dieses Buch habe ich mich schon lange gefreut. Ich hatte schon sehr viel Gutes darüber gelesen und ich war sehr gespannt wie das Thema umgesetzt wurde. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und ich muss sagen, Anne Freytag hat sie sogar noch übertroffen!

Zunächst möchte ich auf die Gestaltung des Buches eingehen, weil sie das Lesevergnügen noch einmal steigert. Das Cover sticht einem sofort ins Auge. Ich denke, dass die Farben sehr bewusst gewählt sind, da es sich um die Farben des Regenbogens handelt. Mir gefällt auch sehr gut, dass auf dem Buchrücken auch ein Teil des Covers abgebildet ist und nicht nur der Titel. Wenn man das Buch im Regal sieht wird man dadurch viel besser an die Handlung erinnert. Im Buch sind zu Beginn einige kleine Bilder abgebildet, die man erst beim Lesen nach und nach versteht, aber schon zu davor interpretieren kann.

Die Protagonistin, Sophie, ist 17 Jahre alt und wird von ihrem Vater regelrecht gezwungen von Hamburg nach Berlin umzuziehen. Anfangs geht ihr das komplett gegen den Strich. Sophie kann seine neue Freundin Lena überhaupt nicht leiden, und das obwohl sie doch so nett ist. In ihrem neuen Zuhause wird Sophie nicht nur von dieser, sondern auch von ihren zwei Nicht-Brüdern und dem Hund Carlos, der normalerweise niemanden an sich heranlässt, bis auf Sophie. Die ersten Zeit verbringt Sophie nur in ihrem Zimmer. Sie fühlt sich von ihrem Vater vernachlässigt. Nachdem sie schon von ihrer Mutter verlassen wurde, ist ihre Angst durchaus verständlich.

Irgendwann trifft Sophie auf Alex. Diese will aus irgendeinem Grund Zeit mit Sophie verbringen und mit ihr befreundet sein. Alex ist, im Gegensatz zu Sophie, ein offener, optimistischer Mensch, der ein perfektes Leben zu führen scheint. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander und Alex stellt Sophie ihren Freunden Clemens, Niklas und Jasmin vor. Schnell entsteht zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Bis sich auf einer Party plötzlich alles verändert. Denn bei Wahrheit oder Pflicht bekommt Alex eine Aufgabe, die dafür sorgt, dass beide ihre eigenen Gefühle in Frage stellen.


Anne Freytags Schreibstil ist sehr jugendlich und anschaulich, sodass man sich gut in Sophie hineinversetzen kann. Sie hat großartig dargestellt wie es sich anfühlt anders zu sein, obwohl man eigentlich ganz normal ist. Wobei, was ist schon normal? Schließlich sind wir alle unterschiedlich.
Ich wurde regelrecht an das Buch gefesselt und wollte gar nicht mit dem Lesen aufhören. Besonders weil es sich um ein Thema handelt, das mich persönlich auch betrifft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Anne Freytag die Situation gut und authentisch dargestellt hat. Es ist nicht schlimm, wenn man sich noch nicht so sehr mit der Thematik auskennt, denn das tut Sophie auch nicht.  
Sophie ist eine sehr angenehme Protagonistin, mit der man in echt gerne befreundet wäre. Ihre Handlungen sind gut nachvollziehbar und kaum vorhersehbar, wie es ja in manchen Bücher leider der Fall ist. Alex ist einem vom ersten Augenblick an sympathisch. Sie kann eine unangenehme Situation retten und ist gewissermaßen der Anker der Gruppe, der alles im Gleichgewicht hält.
Die Charaktere sind alle sehr echt.

"Den Mund voll ungesagter Dinge" ist auf jeden Fall eines meiner Highlights des bisherigen Jahres. Ich bin schon sehr gespannt auf Anne Freytags nächsten Roman, den ich auf jeden Fall lesen werde.

Bewertung

 Ich bin begeistert von dem Buch. Ich wünschte es gäbe noch mehr Autoren, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen."Den Mund voll ungesagter Dinge" hat sich die 5 von 5 Sternen ganz klar verdient!






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